Ranglisten verstehen: Wer spielt an welchem Brett?

Kaum ein Thema im Mannschaftsspielbetrieb sorgt für mehr Verwirrung als die Rangliste, dabei steckt dahinter ein einfacher Fairnessgedanke: Gespielt wird in der Reihenfolge der Spielstärke, damit an jedem Brett vergleichbar starke Gegner sitzen und niemand seine Aufstellung taktisch verschieben kann. Diese Seite erklärt das System der HJMM, der Hamburger Jugendmannschaftsmeisterschaften. Für den Erwachsenenspielbetrieb gilt ein eigenes System, dazu unten mehr.

Das Prinzip: eine Liste, eine Nummer

Jeder Verein hat eine durchgehende Rangliste über alle seine Jugendmannschaften, sortiert nach Spielstärke. Jeder Spieler steht genau einmal darin und hat genau eine Nummer, die sich aus Mannschaft und Platz zusammensetzt: Die 2.4 ist der vierte Spieler der zweiten Mannschaft. Die Plätze x.1 bis x.6 jeder Mannschaft sind die Stammspieler, alle dahinter sind Ersatzspieler. Die Liste gilt für die ganze Saison.

Aufgestellt wird nach Spielstärke, nicht nach Wunsch: Kein Spieler darf hinter einem deutlich schwächeren stehen. Die Turnierleitung darf Listen zurückweisen, die dem nicht entsprechen.

Wer darf wo spielen?

  • In der eigenen Mannschaft: immer.
  • In einer höheren Mannschaft: als Ersatzspieler, höchstens dreimal pro Saison. Das ist das Aushelfen, das die Festspielregeln begrenzen.
  • In einer tieferen Mannschaft: nie. Aushelfen geht nur nach oben.
  • In zwei Mannschaften derselben Gruppe: nie, auch nicht nacheinander.

Beim Aushelfen sitzt der Spieler unten, hinter allen anwesenden Stammspielern der oberen Mannschaft, egal wie stark er ist. Helfen mehrere aus, sitzen sie untereinander nach Ranglistennummer. Und jeder Spieltag beginnt bei null: Die Aufstellung wird jede Runde neu aus der Rangliste gebildet, ein Einsatz reserviert keinen Platz.

Am Spieltag: Wer sitzt an welchem Brett?

Die Reihenfolge der Liste ist bindend. Fehlt jemand, rücken die anderen in Listenreihenfolge auf, auch die Ersatzspieler der eigenen Mannschaft. Aushelfer aus tieferen Mannschaften stehen nicht in dieser Liste, sie sitzen deshalb hinter allen anwesenden Spielern der oberen Mannschaft, untereinander wieder nach ihrer Ranglistennummer, die 6.2 also vor der 6.3. Bretter tauschen ist nicht erlaubt. Die einzige Ausnahme von der Ranglistenbindung ist die Basisklasse, dort darf frei aufgestellt werden.

Neuer Spieler mitten in der Saison?

Neue Spieler werden über das Nachmeldeformular im Ergebnisdienst des HSJB gemeldet, spätestens drei Tage vor dem Wettkampf, in der Jugendlandesliga sieben Tage. Es zählt der Eingang des Formulars. Ersatzeinsätze bereits gemeldeter Spieler brauchen keine Frist. Für die Einordnung gibt es zwei Wege:

Weg Wann Folge
Hinten anfügen Der Spieler ist nicht stärker als die schon Gemeldeten, der Standard für Anfänger Er bekommt die nächste Nummer am Ende der Liste
a-Nummer Der Spieler ist zu stark für das Listenende Er wird nach Spielstärke eingeschoben, etwa als 1.4a zwischen die 1.4 und die 1.5

Ein mit a-Nummer nachgemeldeter Spieler darf bei seinem ersten Einsatz nicht kampflos verlieren. Mannschaftsführer setzen ihn beim ersten Mal also nur ein, wenn er sicher am Brett sitzt.

Die Position richtet sich nach der Spielstärke, nicht nach dem geplanten Einsatz: Ein starker Spieler lässt sich nicht unten einordnen, um flexibel zu bleiben. Und wer in dieser Saison schon für einen anderen Verein spielberechtigt war, darf erst nach Bestätigung durch die Turnierleitung eingesetzt werden.

Und bei den Erwachsenen?

Auch die HMM arbeitet mit verbindlichen Ranglisten, aber nach eigenem System: Dort werden Mannschaften zu acht Brettern mit eigenen Ersatzspieler-Kontingenten gemeldet, und es gelten eigene Nachmelde- und Festspielregeln. Maßgeblich ist die Turnierordnung des HSchV, die Grundzüge stehen auf der Seite der Erwachsenenligen.

Für die HJMM sind die Paragraphen 31, 33 und 45 der HSJB-Turnierordnung maßgeblich, Fragen beantwortet die Turnierleitung unter hjmm@hsjb.de.