Das erste Turnier ist aufregend, für das Kind und mindestens genauso für die Eltern. Diese Seite erklärt, was dich praktisch erwartet, von der Vorbereitung über den Ablauf bis zur Abholung. Die Theorie dahinter, Schweizer System, Bedenkzeit und Wertung, erklären die Seiten Turnierformen und Wertungszahlen.
Die Anmeldung erfolgt in der Regel privat, auf dem Weg, den die Ausschreibung nennt. Manche Vereine geben Turnierinformationen zusätzlich intern weiter und bieten an, interessierte Spieler zentral anzumelden, ob und wie, entscheidet jeder Verein selbst, und ob man das Angebot nutzt, jede Familie. Frag im Zweifel den Trainer. Lies in jedem Fall gemeinsam mit deinem Kind die Ausschreibung, sie beantwortet die wichtigsten Fragen: Ort, Startzeit, Anmeldeweg, Anzahl der Runden, Bedenkzeit und ungefähres Ende.
Am Turniertag selbst gilt: ausgeschlafen, gefrühstückt, und rechtzeitig da. Maßgeblich ist der Anmeldeschluss aus der Ausschreibung, plane darauf einen Puffer von 15 bis 30 Minuten. Das Kind soll in Ruhe ankommen, sich bei der Turnierleitung anmelden und seinen Platz finden, nicht abgehetzt an das Brett fallen.
Packliste für den Turniertag
Im Spielsaal gelten einfache, aber wichtige Regeln:
Bei Partien mit langer Bedenkzeit müssen beide Spieler die Züge mitschreiben, das verlangen die FIDE-Regeln. Das Partieformular stellt das Turnier, und es ist mehr als Bürokratie: Es ist der Beweis bei Streitfällen, die Voraussetzung dafür, dass die Partie für die DWZ ausgewertet werden kann, ohne Mitschrift keine Wertung, und nebenbei das beste Trainingsmaterial, denn nur eine notierte Partie lässt sich später mit dem Trainer nachspielen.
Für die Jüngsten gibt es eine Erleichterung, die die Deutsche Schachjugend festgelegt hat: Die reguläre Mitschreibpflicht gilt ab dem Besuch der zweiten Klasse. Wer noch nicht schreiben kann, macht ersatzweise pro Zug ein Kreuz auf das Formular, so lernt das Kind den Rhythmus des Notierens, bevor es die Züge selbst aufschreiben kann. Beim Schnellschach und Blitz, etwa bei der HJBM, wird generell nicht mitgeschrieben.
Und nicht wundern, wenn gegen Partieende plötzlich niemand mehr schreibt: Wer weniger als fünf Minuten Restbedenkzeit hat und keinen Zeitzuschlag von mindestens 30 Sekunden pro Zug bekommt, darf mit dem Mitschreiben aussetzen, solange die Zeit knapp bleibt, und trägt die Züge danach nach. Das Mitschreiben lässt sich übrigens gut zuhause üben, ein Brett mit Randbeschriftung hilft dabei.
Die Wartezeiten sind länger, als viele erwarten. Bewährt hat sich: raus an die frische Luft, bewegen, etwas Leichtes essen. Ob die gespielte Partie besprochen wird, entscheidet das Kind. Wenn ja, gilt die Grundregel von der Seite Die Rolle der Eltern: erst fragen, wie es war, nicht, wie es ausging.
Der Turniertag endet mit der letzten Runde und der Siegerehrung, und beides verschiebt sich erfahrungsgemäß eher nach hinten als nach vorn. Plane den Tag großzügig und verabrede mit älteren Kindern einen festen Treffpunkt. Bei jüngeren Kindern bleibst du am besten in der Nähe oder jedenfalls erreichbar, eine früh verlorene Partie kann die Stimmung kippen, und dann ist es gut, wenn jemand da ist.
Und danach? Lobe den Einsatz, nicht das Ergebnis. Vier Stunden Konzentration sind eine Leistung, unabhängig von der Punktzahl. Wie du mit Frust nach Niederlagen umgehst, gehört zu den wichtigsten Elternaufgaben im Schach, die Seite Umgang mit Niederlagen gibt dazu Orientierung.